Lainbachwald bleibt erhalten!

Die Bürger der Gemeinde Benediktbeuern haben sich beim gestrigen Bürgerentscheid mit deutlicher Mehrheit für den Erhalt des Lainbachwaldes ausgesprochen. Auf Wunsch des Gemeinderats sollte das bestehende Gewerbegebiet im Süden des Klosterdorfs erweitert werden, hierfür wäre die Rodung eines erheblichen Teils des Lainbachwaldes, einer wertvollen Biotopverbundachse, notwendig gewesen. Gegen diese Pläne sprachen sich vor allem Naturschützer sowie die Bürger der unmittelbar an das Gebiet angrenzenden Ortschaft Ried (Gemeinde Kochel) aus. Die Argumente gegen eine Erweiterung auf Kosten von Landschaftsbild und Natur artikulierte sich in der „Bürgerinitiative zum Erhalt des Lainbachwalds“.

1337 (45% der Wahlberechtigten) Benediktbeurer haben am Bürgerentscheid ihr Stimme abgegeben, 62,1% stimmten für den Erhalt des Lainbachwaldes, 37,9% votierten für den Vorschlag der Gemeinde.
Sowohl die Beteiligung am Entscheid, als auch der Informationsstand liefern ein eindrückliches Zeugnis für gelebte Demokratie und zeigen einmal mehr, dass Gemeinderatsentscheidungen und Bürgerwille nicht als deckungsgleich anzusehen sind.
Verständlicherweise tun sich Bürgermeister und Befürworter der Erweiterung schwer mit dieser Entscheidung, aber anstatt zu klagen, dass eine „schweigende Mehrheit“ nicht mobilisiert werden konnte, sollten sie sich froh über eine derart interessierte und engagierte Bürgerschaft zeigen. Der nun erreichte Sieg der BI wird aufgewertet durch die teilweise doch recht unschöne Vorgeschichte, welche dem ehrenamtlichen Engagement nicht gerade zuträglich war. Verwaltungstaktische Winkelzüge seitens der Gemeinde, persönliche Anfeindungen und Diffamierungen, eben alle Waffen aus der Trickkiste kommunaler Entscheidungsbeeinflussung wurden aufgeboten, um die Ratsmehrheit zu realisieren. Seit gestern nun, alles perdu!
Sobald der Kater über die Niederlage bei den Gemeindeoberen verflogen ist, sollte Benediktbeuern das Ergebnis als Chance betrachten. Der Bürgermeister hat recht mit seiner Aussage, dass eine Kommune zu einem guten Teil von seinen Gewerbetreibenden lebt. Eine Gemeinde, aber auch ihre Kinder und Enkel, lebt vor allen Dingen von einer intakten Natur und Landschaft und man mag sich nicht ausdenken, wenn unsere Nachfahren in dem gleichen Maße mit ihren immateriellen Gütern weiter so verfahren, wie die derzeitige Generation.
Benediktbeuern hat durch diesen Bürgerentscheid die Möglichkeit, vorbildhaft für andere Kommunen zu werden. Die Ausweisung immer neuer Gewerbeflächen generiert mehr Verkehrswege und in der Summe führt dies zu einem Flächenverbrauch, welcher von der Mehrheit unserer Gesellschaft zu recht beklagt wird.
In eine gesunde kommunale Entwicklung sollten die Interessen aller(!) Bürger einbezogen, nicht die einfachste Lösung, sondern manchmal auch beschwerliche Wege gewählt werden werden, vor allem aber sollten die Gemeindeverantwortlichen von einer Vision, einer Vorstellung von einem künftigen Ortsbild geleitet werden.

Durch Beharrlichkeit und sachliche Argumentation hat hierfür, zumindest in Benediktbeuern, die BI Lainbachwald den Grundstein gelegt.

 

Hinterlasse einen Kommentar